MEIN LEBEN ALS TRAUZEUGIN // DIE STANDESAMTLICHE HOCHZEIT

Nach „Oh yes“-Bachelorette-Party, Kontaktaufnahme mit dem Trauzeugen, Abstimmungen mit der Braut, Hochzeitskleidkauf & mehr, war der Moment nun gekommen – der Moment des magischen „Ja, ich will!“

Mit meinen hyperaktiven Ballons auf der Rückbank, Brautstrauß auf dem Beifahrersitz, Cupcakes im Fußraum und meinen Gepäck im Kofferraum, fuhr ich nun auf direktem Weg ins Kölner Radisson Hotel in Rheinnähe, wo Braut und Bräutigam, Trauzeuge und Frau und die „schon-seit-der-Teenager-Zeit-Freundin“ wie auch ich mehr oder weniger wild 🙂 die Hochzeitsnacht verbringen würden. Hier hiess es auch noch schnell Stylen, Umziehen, Schminken… aber zuerst gab es noch Einiges zu tun.

Meine erste Aufgabe war es bei der Ankunft, die Dame an der Rezeption davon zu überzeugen, dass ich jetzt schon mein Zimmer brauchen würde, da ich mich schnell fertigmachen müsse.

„Leider nicht möglich“, meinte sie.
„Oh nein, gar nichts möglich?“
Sie tippte im PC herum: „Leider nein.“
„Es ist mir auch egal welches Zimmer, aber ich muss gleich auf eine Hochzeit und bin die Trauzeugin“.

Das war das magische Wort! Denn als sie das Wort Hochzeit hörte, meinte sie plötzlich „Ach, die Hochzeit, ja Ihr Zimmer können Sie beziehen, das wurde angemeldet“ und ein großer Trauzeuginnen-Stein fiel mir von Herzen.

Ich sprintete nach oben, denn viel Zeit blieb mir nicht mehr.

Zuerst „scheuchte“ ich die Braut, die mir doch tatsächlich auf dem Flur begegnete wieder zurück ins Zimmer, denn wie sollten wir sonst meine 5 roten Freunde und all die anderen kleinen Goodies ins Hotel schmuggeln? Als sie dann mit ihrem Mann-in-spe wieder auf ihrem Zimmer war, konnte der Trauzeuge dann endlich die Überraschungen aus meinem Auto holen. Er gab alles an der Rezeption ab, mit der Bitte, das Zimmer der beiden heute Abend damit auszustatten. Wir waren gespannt! 🙂

Die Frau des Trauzeugen war in der Zwischenzeit bei den beiden und meinte ganz gespielt entrüstet: „Ihr müsst aber noch ein bisschen aufräumen hier… so wollt ihr doch heute Abend nicht zurückkommen.“ (Wohlwissend, dass hier ja gleich das Personal dekorieren würde).

Und dann war alles organisiert – Brautpaar bereit, Ringe eingepackt, Trauzeugin angezogen, Überraschungen abgegeben, Zimmer aufgeräumt, alle sechs fertig zum Losmarschieren. Denn vom Hotel ging es in 10 Minuten zu Fuss zum Ort der Zeremonie. Zur Kölner Seilbahn an der Zoobrücke.

Dort angekommen wurden wir „hinter den Kulissen“ empfangen und machten die letzten Fotos von beiden als „Unverheiratete“. Ebenso wurde der rot-weisse Brautstrauß von mir überreicht, den ich ja zuvor bei Stielecht in Ehrenfeld gekauft hatte.

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Und dann wurde sie herausgeholt, die „Goldene Gondel“ – die nur für Hochzeiten ans Seil gehangen wird. Viermal würden die beiden über den Rhein schweben – zweimal mit dem Standesbeamten und seinen Papieren, zweimal alleine als frisches Brautpaar. Zweimal würden wir anderen die Strecke fahren und dabei zweimal den beiden mitten über dem Rhein begegnen.

Und dann stieg das Brautpaar ein und wir anderen winkten wie wild hinterher und machten Fotos bis die goldene Gondel samt Standesbeamten in die Lüfte fuhr.

Als die drei dann auf der anderen Rhein-Seite angekommen waren, bekamen auch wir das Go zum Einsteigen. Trauzeuge und Frau stiegen mit einer Mitarbeiterin der Kölner Seilbahn, die mit einem Funkgerät ausgestattet war, in die erste Gondel, wir zwei anderen in die nächste und fuhren ebenfalls gen Kölner Himmel.

Und dann – mitten über dem Rhein – trafen wir die beiden, kurz vor dem Ja-Wort. Wir konnten nichts hören aber natürlich alles sehen. Mittels Funkgerät stoppte die Mitarbeiterin der Bahn die komplette Seilbahn – quasi ein Ja-Wort-Stopp – und die Bahn fuhr ganze 5 Minuten nicht, so dass wir von „gegenüber“ alles sehen & fotografieren konnten. Die Ringe wurden getauscht, es wurde sich geküsst…

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Auch der kölsche Standesbeamte winkt

Dann durfte die Bahn wieder weiterfahren, wir blieben auf der Deutzer Seite einfach sitzen und fuhren wieder zurück Richtung Zoo. Und trafen erneut die beiden mitten über dem Rhein, die jetzt den Standesbeamten gegen Küsse & Sektflasche & strahlendstes Lächeln getauscht hatten.

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Und dann waren wir Nicht-Brautleute wieder auf der Anfangs-Rheinseite angekommen, stiegen aus und hatten noch eine Strecke lang Zeit, den Sekt zu öffnen, die Cupcakes zurechtzustellen und die Konfetti Pistolen in Position zu bringen!

Und dann kamen die beiden frisch Vermählten angeschwebt 🙂 Zu schön! Mit einem großen Strahlen im Gesicht, Ringen an den Fingern… Wir konnten noch einige Fotos in der Gondel von den beiden machen & dann stiegen sie aus. Draußen standen wir mit unseren Konfettipistolen Spalier, der Fotoapparat war bereit und die beiden schritten durch glitzernden Konfettiregen nach draußen – direkt ins wilde Drücken, Umarmen, Gratulieren… *ach, schöööön!

Es wurde angestoßen, genascht, gelacht und von den Minuten in der goldenen Gondel berichtet.

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Dann gingen wir zum Rhein, um dort noch Fotos von den beiden, von uns, von den Brüdern und Trauzeugen/innen zu machen 🙂

Doch es hiess keine Zeit zu verlieren, denn schon bald sollte unser Schiff ablegen, auf dem wir während des großen Happenings „Kölner Lichter“ die Hochzeit feiern würden. Noch schnell im Hotel frisch gemacht ging es dann auf unser Schiff. Das war eines der ca. 50 Schiffe, die heute Abend den Rhein auf und ab fahren würden.

Und ich muss sagen, obwohl ich nun schon länger hier am Rhein lebe – bislang war ich weder bei Rhein in Flammen, noch bei den Kölner Lichtern und somit war ich gespannt, was mich erwarten würde.

Nach Abendessen und Begrüßungsdrinks ging’s dann schnurstracks aufs Deck, wo wir den ganzen Abend tanzend und anstoßend verbrachten. Erst fuhr das Schiff Richtung Bonn, um sich dann einzureihen und mit den anderen Schiffen zusammen nach Köln einzufahren.

War das romantisch – den ganzen Rhein entlang säumten Feuerwerke, Fackeln, Lichtspiele und Lagerfeuer unseren Weg. Ich hatte das Gefühl, das ganz Köln am Rhein war, um den Schiffen eine gebührende Einfahrt zu bereiten! Wir tanzten in den Sonnenuntergang, tranken Waldmeisterbowle und feierten Hochzeit! Und nun wusste ich, warum die Braut genau hier standesamtlich heiraten wollte! Zum Ende des Festivals gab es ein langes Abschlussfeuerwerk… und wir tanzten weiter, bis man uns vom Schiff warf 🙂

Zum Abschluss ging es noch auf einen Cocktail in die Altstadt und glücklich zu Fuss weit nach Mitternacht zurück ins Hotel!

Was für ein schöner Abend, was für eine schöne Nacht!

Aber eine Überraschung gab’s ja noch – wir begleiteten die frisch Vermählten zum Zimmer – mit der Begründung: „Wir wollen noch sehen, wie die Braut über die Schwelle getragen wird“ und dann standen sie vor meinen 5 roten Freunden und allerlei Überraschungen und waren total perplex, wie wir das denn hatten schmücken können 🙂

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Neben einem Aperol für die Braut, einem Kölsch (was sonst :)) für den Bräutigam gab’s noch Duschgel von Rituals für einen „sauberen“ Start in die Ehe :), Kokos-Massageöl und ein Victoria’s Secret „Sexy Bride“ Höschen. Auf eine schöne Hochzeitsnacht!

Am nächsten Morgen folgte ein gemeinsames Frühstück, bis sich dann unsere Wege wieder trennten – überglücklich Dank eines sehr, sehr schönen Ja-Wort-Tages!

… und jetzt geht’s schnurstracks auf die kirchliche Hochzeit zu!

CHRONIKEN EINER TRAUZEUGIN

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