Tipps von der Trauzeugin // Sei ein lieber Hochzeitsgast

OMG! Bald ist es soweit – die erste Bachelorette-Party des Jahres liegt schon hinter mir, die erste standesamtliche Hochzeit knapp vor mir und auch die erste kirchliche findet in nicht mal mehr einem Monat statt. Dieses Jahr ist das Jahr, in dem zwei meiner Freundinnen heiraten. Und das heisst für mich: Auf 6 Festen tanzen. Jede Braut-in-spe hat ihre Bachelorette-Party, ihre standesamtliche und kirchliche Hochzeit. Das bedeutet mindestens für die vier festlichen Anlässe Kleider zu kaufen, Frisuren zu überlegen, Schuhe bereitzulegen, dem Liebsten und sich in ein Hotel in der Nähe der Fest-Location zu buchen und vor allem ein netter Hochzeitsgast zu sein.

Was heisst es eigentlich, Gast bei einem Fest zu sein, dass für mindestens zwei Menschen einer der wichtigsten Tage im Leben sein wird? Und nicht nur der wichtigste, vielleicht auch einer der teuersten Tage. Und sicherlich einer der Tage, die bis ins kleinste Detail mit langem Vorlauf geplant worden sind. Das heisst all das zu tun, was diesen besonderen Tag für die beiden Verliebten, die eingeladen haben, noch unvergesslicher werden lässt. Und das ist gar nicht so schwierig, aber oft bin ich überrascht, wieviele Gäste sich darüber gar keine Gedanken machen.

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Meine (eigentlich selbstverständlichen) Tipps:

1) Sich nicht schick machen. Ja, Jeans mögen bequem sein, ein V-Neck Shirt auch und die Schuhe können in der Freizeit ruhig flach und ausgelatscht sein – aber würde man sich so selbst zu einer Hochzeit einladen? Dem Brautpaar ist es respektvoll gegenüber, sich dem Anlass entsprechend schick zu machen. Nicht nur, weil schicke Outfits das ganze Fest aufwerten – die Braut kommt ja auch nicht in Latzhose – sondern auch all die Fotos, die für immer eine Erinnerung an den schönen Abend sein werden.

2) Unpünktlich sein. Zu spät zur Trauung kommen? Beim Abendessen den ersten Gang verpassen? Oder einfach zu lange draußen quatschen und so mitten in die Rede vom Brautvater hereinzuplatzen? No way.

3) Das Fest zu seinem Fest machen. Auftritte, Programmpunkte, Musik und die anderen Gäste findest Du langweilig? Und das möchtest Du auch jedem zeigen, indem Du lieber mit ein paar anderen Gästen den Abend (rauchend) draußen verbringst? Das finde ich soooo schade. Trauzeugen, Eltern, Geschwister… haben sich viele tolle Dinge überlegt, um den Abend zu gestalten. Spiele, Reden, Auftritte… All das vor halb-leeren Tischen zu tun ist kein schönes Gefühl und qualifiziert die „vor der Tür“ auch nicht zum Mr. Gast. Also, ab ins Geschehens und nicht durch Abwesenheit glänzen.

4) Muffel sein. Das Gästebuch nicht ausfüllen wollen, Fotos und Fotografen im Allgemeinen blöd finden, bei keinem Spiel aufstehen und auch sonst wie festgeklebt auf dem Platz sitzen bleiben. Dabei stets hoffend, dass die ersten gleich gehen, so dass man sich anschließen kann. Dann doch lieber absagen und den Platz nicht vom Brautpaar teuer bezahlen lassen. Muffel haben beim Fest der Liebe Hausverbot.

5) Nicht tanzen. Die Braut ist eine Tanzmaus und möchte die Tanzfläche am liebsten nicht mehr verlassen? Dann lasst sie nicht alleine mit ihren 5 Mädels tanzen. Gäste, ab auf die Tanzfläche und los geht’s! Seht es als ein besonderes Geschenk von Euch ans Brautpaar an, einfach mal über den eigenen Schatten zu springen, auch wenn ihr Euch im Leben fernab von Hochzeiten sonst eher an der Theke festhaltet.

6) Rummeckern. Das Essen ist „naja“, die Hochzeitstorte zu trocken, die Alkoholauswahl zu klein, die Musik zu schlecht, die Spiele langweilig,… denkt an Eure letzte Party Zuhause, bei der nur Euer Freundeskreis eingeladen war. Schon da ist es schwierig, es allen recht zu machen. Jetzt stellt Euch das mal 100 vor – ein Fest bestehend aus vielen Generationen, Lebensstilen, Herkünften, Erfahrungen, Geschmäckern… und das alles zu einem fest definierten Budget. Mein Tipp: Wenn Euch etwas nicht passt, verschweigt es. Schließlich haben sich zwei Menschen viel Mühe gegeben, jedem etwas Gutes zu tun und am Hochzeitstag selbst kann man sowieso nichts mehr ändern. Man findet immer was zu essen, auch ohne das Lieblingsgetränk kann man den Abend wunderbar aushalten und lasst Euch vom Rest mitreißen und die Musik Euch egal sein.

7) Last but not least: Heimlicher Abgang. Gehen ohne sich beim Brautpaar zu bedanken. Ich glaube, dazu muss ich nicht viel schreiben 🙂

Viel Spaß bei Euren Vorbereitungen auf Euren nächsten Einsatz als Hochzeitsgast.

Habt ihr auch noch NoGo’s?

 Hier findet ihr alles von der Trauzeugin MissBonn(e)Bonn(e) – von der Planung einer Bachelorette Party, Standesamt, Brautkleidkauf…

8 Comments

  • Liebe Jana,
    Du sprichst mir aus der Seele. Leider beobachtet man das immer wieder auf Hochzeiten. Ich glaube, am besten heiratet man im Winter ohne Heizpilzw draußen 🙂 dann müssen die Gäste im Warmen bleiben.
    Weiter so!
    Anne

    • Hallo Anne,

      wie lustig, das habe ich auch schon einmal gedacht 🙂 Das von der Hochzeitsgesellschaft abhauen ist echt immer schade…

      Liebe Grüße
      Jana

  • Hallo Jana,

    Absolutes No-Go finde ich auch die Gäste die nonstop vergleichen. Bei uns war das aber so und so, auf der Hochzeit von XY wurde dies und das gemacht, wenn ich geplant hätte, dann… Geht gar nicht in meinen Augen.
    Jedes Paar plant seinen großen Tag so wie sie es sich vorstellen und das sollten die Gäste respektieren und das Fest genießen.

    Dir viel Spaß auf diversen Festivitäten in der begonnen Hochzeitssaison!

    Liebe Grüße, Nina

  • Da kann ich nur zustimmen! Also benehmen ist das A&O und ich würde auch nie zu früh gehen. Ich finde es immer wichtig, auch ein passendes Geschenk für die Wohnung zu haben, unpassende Geschenke fallen eher unangenehm auf. :/

    • Da stimme ich dir zu! Wenn es überhaupt was für die Wohnung ist – denn oft leben die Brautleute ja schon lange zusammen und haben meist alles. Wunschzettel sind gut 🙂

      Liebe Grüße
      Jana

  • Hallo Jana,
    echt nett deine Liste. Die schicke ich mal an meine Familie, die seid Ewigkeiten auf keiner Hochzeit mehr waren, damit sie wissen, welches „Verhalten“ im Sommer auf der Hochzeit meine Schwester gilt 😉
    Aus meiner Erfahrung als Gast auf bisher 9 Hochzeiten ist es auch noch wichtig zu erwähnen, dass keiner der Gäste bereits vor dem Essen betrunken sein sollte.
    Und das das Buffet immer als erstes dem Brautpaar gehört, es sei denn, die bitten z.B. die Gäste in bestimmer Reihenfolge zu gehen.
    Liebe Grüße Jana

    • Hallo Jana,

      🙂 vielleicht wird’s Dir Deine Schwester danken *lach! Vor dem Essen betrunken? Oh, das hab ich auch noch nicht erlebt!!!

      Deiner Schwester auf jeden Fall eine traumhafte Hochzeit!!!

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