Als es so richtig winterte…

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… eine echte Wintergeschichte, aus der Serie “ Kann man wirklich auf alles vorbereitet sein?“

Vor einigen Tagen waren wir noch so richtig mittendrin. Im Winter. Und weite Teile Deutschlands steckten im tiefsten Schneechaos… Bonn blieb wieder einmal einigermaßen schneefrei, was ich eigentlich immer wieder schade finde, denn zum Winter gehört der Schnee (bei gut geräumten, trockenen Straßen) einfach dazu. Ich sollte jedoch noch zu meinem Schnee kommen, denn mitten in dieses Wintermärchen fiel BabyBBs und mein Besuch bei Oma und Opa, die am hessischen Rand vom Sauerland wohnen.

Und somit machte ich mich am letzten Freitag im Januar auf gen Familie. In Sachen Fahrt-Vorbereitung hatte ich dazugelernt, was das Reisen anging. Spielzeug fürs Baby, eine Flasche Milch und der Schnuller – alles in Reichweite. Das Auto war vollgetankt, für mich klemmte ein Liter Wasser im Getränkehalter. Kaum Gepäck auf dem Vordersitz, so dass ich BabyBB – im MaxiCosi Family Fix auf dem Rücksitz – bei allzu großem Geheul auch hätte nach vorne holen können. Da hat man den Kleinen dann im Blick, kann besser Schnuller reichen oder einfach feststellen, dass trotz Geschrei alles okay ist – im Gegenteil zum hinten rückwärts sitzenden BabyBB. Denn da überkommt mich manchmal mitten während der Fahrt ein kleiner Schock: So lang nichts mehr von ihm gehört. Atmet er noch? Und dann packe ich meist blindlings nach hinten in den MaxiCosi um zu fühlen, ob sich der Bauch noch hebt und senkt. Oder ob er sich regt, wenn ich seinen Mund berühre…

Also, alles geplant. Zusätzlich wollte ich im Hellen fahren, um nicht wieder auf einem dunklen Parkplatz plötzlich stillen zu müssen. Los ging die Fahrt – A59, ab auf die A3 und ein Wunder, kein Stau… jedoch begegnete mir kurz vor dem Wechsel auf die A1 das erste Schneeflöckchen. Und dieses hatte Kolonien weiterer Gefährten mitgebracht. Noch freute ich mich über das Winterwunderland, vor allen Dingen rund um Wuppertal. Verschneite Bäume, unberührte Schneeflächen am Rand der Autobahn – und da nicht soviel Verkehr war, störte es auch nicht, dass die dritte Spur nicht geräumt war. BabyBB schlief, die Musik lief, ich fuhr zwar langsamer wegen des Schnees… aber wir kamen gut voran.

Doch dann ging’s auf die A44 und immer tiefer Richtung Sauerland und dem OWL Kreis, beides Gebiete für die es im Radio schon eine Warnung gegeben hatte. Aber erstens bin ich im Schnee fahren von meinen ersten Fahrer-Jahren gewohnt, in denen ich noch bei meinen Eltern wohnte und zweitens kam umkehren für mich nicht in Frage.

Doch es schneite immer stärker, die Autobahn war mehr und mehr schon nicht mehr geräumt und irgendwann fuhr ich, wie alle anderen Fahrer mit 30 oder 40 km/h auf der inzwischen ganz schön eisigen Autobahn. Und dann wachte BabyBB auf. Und schrie gleich wie am Spieß. Kein Rasthof in Sicht. Und wir in der 30 km/h Kolonne. Mit einer Hand schraubte ich die Flasche auf und fütterte den Schreihals blind nach hinten. Inzwischen hält er das Fläschchen selbst sogar ein bisschen und führt sie sich zum Mund, so half er etwas mit. Leider reichte ihm die Milch nicht… und ich war schon nass geschwitzt. Konzentration auf die Straße, auf die Glätte, eine Hand beruhigend beim Baby blindlings hinten und eine Krawallnudel im MaxiCosi.

Und dann stockte der Verkehr. 500 Meter vor einem Parkplatz. Unfassbar! Unter normalen Verhältnissen hätte ich überlegt, die Standspur zu nutzen, um mein Baby zu befreien – aber diese war von Schnee und Eis bedeckt. Handbremse angezogen, Gang raus – rückwärts auf dem Fahrersitz kniend versuchte ich den Kleinen zu beruhigen. Sang Lieder, rasselte Rasseln, bot ihm den Schnuller an… *puh! Nach einer gefühlten Ewigkeit ging’s dann endlich im Schritttempo weiter und ich hoffte nur noch, endlich den Parkplatz zu erreichen. Und konnte den Kleinen endlich vom Hunger und Kummer erlösen. Stand aber vor der großen Frage: Auf dem Parkplatz bleiben und warten, was mit dem Stau passiert oder wieder rein und weiterfahren? Denn stundenlang dort ausharren? Nur ist es eine gute Idee, wieder rein in den Stau zu fahren? Was, wenn dies nicht nur ein Staus ist, sondern eine Vollsperrung wegen querstehender LKWs? Was, wenn BabyBB wieder zur Krawallnudel wird?

baby rasthof schnee
Besagter Parkplatz

Ich wagte es zurück auf die Autobahn und wurde glücklicherweise belohnt. Weiter ging’s mit 30. Und noch ganze 100 km vor mir… Beim Blick auf die Gegenfahrbahn vermutete ich schon Schlimmstes. Seit einer gefühlten Ewigkeit war dort schon kein Auto mehr gefahren. Hoffentlich kein schlimmer Unfall. Kilometer weiter löste sich das Rätsel – querstehende LKWs auf DREI Spuren!!!! Dahinter ein Stau ohnegleichen (hinterher hörte ich im Radio, dass es 26 km waren). Auf Anraten meines Vaters – mein Co-Pilot aus der Ferne per Handy – nahm ich die nächstbeste Ausfahrt, um weiter per Landstraße zu fahren und die Gefahr, ebenfalls in so einer LKW-Vollsperrung zu stehen, zu bannen. Und dachte erstmalig daran, dass in all diesen Autos sicherlich auch Mamis sitzen, mit schreienden Babies im Maxi Cosi. Die vielleicht nur schnell von Paderborn nach Warburg wollten – nur wenige Kilometer, für die man sich nicht so gut vorbereitet, wie für eine längere Strecke. Die jetzt auch auf den Sitzen knien, die versuchen zu stillen – oder die hoffentlich was zu Essen und Trinken für die Kleinen dabei haben. Denn ein Baby versteht ja einfach nicht, dass es gerade nichts gibt. Hunger = solange schreien, bis satt… Ojeh 🙁

Nach 4 1/2 Stunden (statt 2 1/2) kam ich endlich Zuhause an. Und hörte später im Radio, dass auch auf meiner Seite inzwischen 23 km Stau seien. Was ein Glück! Tja, manchmal hilft die größte Vorbereitung nichts! Ich werde bald wohl mit einer ganzen Kühltasche voller Essen und Getränke losfahren, wenn der Kleine abgestillt ist… und wenn’s nur von Bonn nach Köln ist. Man kann ja nie wissen…

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