#MissBBDownUnder – Survive this Drive…

23.00 Uhr in Deutschland… mal eben noch von Bonn nach Dortmund? Kein Problem. Ab ins Auto, ab auf die Autobahn. Die Fahrt auch mit fast leerem Tank antreten. Easy. Die nächste Tankstelle ist meist nicht weit. Eine Panne? Dann rufen wir doch den ADAC. Oh, sogar noch ganz schön viel los auf den Straßen… wo wollen die um die Uhrzeit alle hin? Am Straßenrand – Schilder, die davor warnen zu schnell zu fahren, das Handy am Steuer zu benutzen… mit  bunten Bildern und flotten Sprüchen. Ein Hase grast neben der Fahrbahn. 160km/h.

Neue Szenerie. Australien am 15. Juli. 19.00 Uhr. Stockdunkel. So hier:

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Mal eben noch eine Stunde fahren? Nun gut, was sein muss, muss sein. Ab auf die A1 – den Bruce Highway, der so ziemlich die ganze Ostküste hochführt, all die großen Orte dort miteinander verbindet. Bruce Highway, A1… das hört sich nach 4spuriger Straße an, nach Verkehr, nach Stadtleben und geraden Straßen. Ha… das dachten wir auch, bevor wir uns das erste Mal nach Einbruch der Dunkelheit auf der Straße befanden. Von Byron Bay nach Noosa waren wir ja noch schön M1 gefahren, eine Autobahn. Die A1 hingegen ist eine Landstraße, mal eine besser ausgebaute Bundesstraße. Mal fährt man smooth mit breitem Seitenstreifen, mal holterdipolter kurvig und fast auf dem Gras am Rand. Mal gibt es Overtaking Lanes, auf denen man 1 oder 2 km lang die riesigen LKWs überholen kann, mal fährt man Kolonne.

Sorry, mal würde man Kolonne fahren, wenn sich andere Autos auf der Straße befinden würden. Mit Einbruch der Dunkelheit sind diese fast wie spurlos verschwunden. Auch tagsüber kann’s schon einsam sein.

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Aber im Dunklen… da begegnet man mal einem riesigen LKW (und fühlt sich so, wie in Friedhof der Kuscheltiere…) – ansonsten dem ein oder anderen toten oder lebendigen Känguruh! Wobei die lebendingen nach den ersten drei, die wir entdeckt hat, auch wieder in den Busch hätten zurückhüpfen können. Denn vor dem Auto möchte man so ein Wesen nicht hüpfen sehen. Tagsüber haben wir übrigens so gut wie keines gesehen… aber nachts, da setzen sie sich anscheinend ins Grün neben die Straße und wundern sich bestimmt, wer im Dunkeln noch Auto fährt. Das scheinen die Australier nicht zu machen und nach unserer Fahrt nach Gladstone haben wir mal nachgefragt… Nein, das würde man nicht empfehlen. Die Tiere, die Einsamkeit, die Dunkelheit…

Wobei man schon abgeschreckt genug sein dürfte durch das, was man tagsüber an der Straße sieht… Schilder, die es glaube ich bei uns auf den Straßen, auf denen man 100 Km/h fahren darf, nicht gibt.

Koala spotting zum Beispiel – mit einer Nummer, die man anrufen soll, wenn man einen Koala gesehen hat. Flood-Indicators – Meßlatten, die zeigen, wie hoch das Wasser bei einer möglichen Flut in der Regenzeit steht… und manche gingen hoch bis 2 Meter!!! Oder die Waldbrandgefahr wird angezeigt…

Gut, die schrecken noch nicht ab. Ein Koala ist ja auch ganz süß und Regenzeit ist gerade nicht. Aber dann wird’s bedrohlich:

Survive this Drive – steht da angeschlagen.
Rest or R.I.P..
Break this Drive, stay alive!
Dangerous Crash Zone ahead

Aber nicht nur diese unheimlichen Botschaften stehen am Straßenrand. Daneben tut Australien tut während der Fahrt alles dafür, damit die Fahrer auf den endlos langen einsamen Straßen wach bleiben. Eine Teilstück lang hat die Straße sogar ein Gesellschaftsspiel mit uns gespielt „Trivia“. Auf einem Verkehrsschild stand eine Frage… ein paar Kilometer weiter wurde sie beantwortet. Es gibt „Free Coffee Driver Reviver“ – gratis Kaffee an Tankstellen oder in Restaurants, wenn man der Fahrer ist. Aber verständlich, die Sorge ums Einschlafen am Steuer… manchmal war lange nichts auf der Strecke. Kein Auto, kein Haus, keine Tankstelle.. nix – nur Steppe, Regenwald, Zuckerrohrfelder, Weiden oder brennende Straßenränder…

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Und die großen Orte, die man als Ziel haben könnte, liegen auch nicht Tür an Tür. Also fährt man die A1 meist wohl immer auf langen Strecken, was müde machen kann.

Wahrscheinlich gibt’s deshalb auch an den entlegensten Stellen Motels und Caravan Parks… Mitten im Land, zu weit weg von der Küste, um das einem Strandurlaub zuzuordnen.

Aber dennoch merkwürdig, dass manchmal lange nichts kommt. Keine Tanktstelle (bzw. schon, aber von denen sind nachts welche geschlossen…. etliche Kilometer weit nichts zum Tanken, da muss man den Tankstand genau im Auge haben), kein Ort, keine Abfahrt nichts. Gefühlt war das manchmal eine Stunde so. Eine Stunde, in der wir 100 Kängurus, zwei geschlossene Rastplätze und 3 einsame Häuser passiert haben. Wer wohnt da??? Mitten am Highway im Nirgendwo? Und noch besser: Warum?

Schilder zeigten auch, wo die nächste Ambulanz ist… klar, ein Urlauber ohne Handy… der muss wohl „I am Walking“ machen, wenn in der Dunkelheit keiner anhält… 25km zurück, zum Beispiel.. Furchtbar. Ich habe immer nur gehofft, bloss keinen Platten oder Motorschaden oder was auch immer zu haben. Im dunklen australischen Regenwald liegenzubleiben? Auch, wenn es erst 19 / 20.00 Uhr war – es fühlte sich an, wie Mitternacht.

Und dann kommt man endlich im Ort an. In Gladstone, Noosa, in Mackay und es ist die gleiche Szenerie, wie auf der Straße. Um 20.00 alles dunkel, menschenleer, so gut wie alles geschlossen. Geister-Australien… verrückt oder? Ich habe mal gefragt, was die Australier abends machen… TV gucken, BBQ Zuhause,… draußen sind die wenigsten.

Eine Australierin versuchte das so zu erklären, dass es hier auch im australischen Sommer schon recht früh dunkel wird… Vielleicht anstatt wie jetzt im Winter, wo es hier um 17.30 / 18.00 Uhr stockdunkel ist – dann immer noch recht früh, um 19.00 Uhr. Somit ist der Rhythmus hier ein ganz anderer… Aber ich muss sagen, auch wir sind hier inzwischen oft schon zwei oder drei Stunden früher im Bett, als Zuhause… Und bestimmt nicht mehr auf der Straße! Da könnte gerne auch ein Schild stehen: Go to bed, don’t drive, stay alive oder so ähnlich! Dennoch – ein großes tolles Abenteuer – unsere 2.300 km die Ostküste entlang.

In diesem Sinne! Gute Fahrt!

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