Goedendag! (Werbung) Es war mal wieder so weit: Mein Lieblingsnachbarland hat gerufen. Und diesmal ging es nicht mit den Kids oder meinem Mann los, sondern zusammen mit meiner Mama. Ein Mutter Tochter Urlaub in Holland – und was für ein schöner!
Meine Mama habe ich in Dortmund eingesammelt und von dort waren es gerade einmal gut 2:15 Stunden bis zu unserem Ziel: Südost-Groningen. Eine Region, von der wir beide vorher ehrlich gesagt kaum etwas wussten. Genau deshalb waren wir umso gespannter.
Die Region ist grenznah und schon kurz nach Überqueren der Grenze meinte meine Ma: Ich fühle mich direkt wie im Urlaub. Hier erwartete uns Holland von einer ganz anderen Seite. Ruhig, ursprünglich, unglaublich grün und voller kleiner Überraschungen. Unterwegs waren wir in den Regionen Oldambt, Westerwolde und Veenkolonien.
Mutter Tochter Urlaub in Holland – Übernachten mitten in der Natur
Unsere erste Nacht verbrachten wir im Oogstwold – einer wunderschönen Unterkunft mitten im Grünen. Ein über hundert Jahre altes Häuschen mit Naturgarten, modern & stilvoll kernsaniert, ohne das Ursprüngliche zu nehmen und dazu herrlich entschleunigend. Ganz für uns allein. Zwei Schlafzimmer, ein Bad, ein WC, ein Wohn-Essbereich und Küche. Genau der richtige Ort, um den Alltag hinter sich zu lassen und erst einmal tief durchzuatmen. Das taten wir dann auch nach Ankunft auf der Terrasse mit einem eiskalten Aperol – #clever ist, wer den im Gepäck hat. 😊 Drumherum fast nichts, noch ein Bauernhof mit ganz vielen Miniponys, Wasser, Wiesen.






Zum Abendessen ging es in die Gastrobar Mood, die im kleinen Städtchen Winschoten liegt. Und das mitten in einem Rosengarten mit Springbrunnen. Modernes Interior, aufmerksamer Service und eine kreative Küche. Nach einem richtig leckeren Abendessen – erst eine grandiose Nacho Bowl, dann zwei Hauptgerichte und holländisch dazu: Pommes – ließen wir den ersten Urlaubstag ganz entspannt mit Drinks und Blick auf den Garten ausklingen. Noch ein kleiner After-Dinner-Walk und zurück ins Häuschen. Schon ganz gespannt auf das Frühstück am nächsten Morgen, denn das würde man uns bis zur Haustür bringen.




Nach einer gemütlichen Nacht deckten wir draußen den Tisch und dann kam auch schon die Gastgeberin mit einem Korb voller Köstlichkeiten, schöner hätte man es nicht anrichten können. Brötchen, hausgemachte Marmelade, frisches Obst aus dem eigenen Garten, Bio-Saft, Milch, Butter, Eier, Aufschnitt – wie schön einfach! Kaffeemaschine an und mit Vogelgezwitscher draußen in der Sonne gefrühstückt. Gestärkt für unsere kleine Wanderung.
Ein Wanderweg, den es nur einmal in den Niederlanden gibt
Den nach dem Frühstück ging es für uns zur Kiekkaaste.
Und dieser Ort ist wirklich etwas Besonderes.
Denn hier befindet sich der einzige Wanderweg der Niederlande, der außerhalb der Deiche verläuft. Man läuft mitten durch die beeindruckende Küstenlandschaft, über einen langen Holzsteg, links und rechts nur hohe Gräser, ein bisschen wie im Labyrinth an dessen Ende das Wattenmeer liegt. Darüber thront die Kiekkaaste, ein Aussichtshäuschen, von dem aus man aufs Meer blicken kann. Vögel, Krabben, ein Kutter … zum die Weite genießen und gefühlt zwischen Himmel und Meer stehen. Aber auch ursprünglich, Meisen nisten im Häuschen, ein Kommen und Gehen. Übrigens treffen hier Salz- und Süßwasser aufeinander. Ein Ort, an dem man dank vieler Tafeln auch noch einiges lernen kann.



Mit dem Boot über das Oldambtmeer
Anschließend wartete eines meiner persönlichen Highlights auf uns: eine Bootstour über das Oldambtmeer.
Nach einer sehr, sehr kurzen Einweisung (haha, ich sah wohl so aus, als wäre ich Kapitätin for life) steuerten wir unsere kleine Schaluppe selbst über den See. Wie schön kann bitte Entschleunigung sein? Aber erst, nachdem ich das Boot verstanden hatte. Beim Hafen verlassen hatte ich fast schon 2 mental breakdowns, aber mit der Zeit kam die Routine 😉 – auf dem offenen Gewässer ohne anderen Bootsverkehr.
Anlegen sollten wir dann beim Restaurant Blauwestad. Ha, meine Kapitänsfähigkeiten hatten mich wieder verlassen… und ich wäre fast einfach wieder zurück zum Hafen gefahren. Vorwärts, rückwärts, dann standen wir quer, dann kam die Strömung dazu… OMG! Aber gemeinsam schafften wir es und banden das Boot seemanns-like an. In der Hoffnung, dass es dort bleiben würde.



Dann ging’s erst auf eine kleine Wanderung zum Ziel Wilgenborg – eine riesige Kuppel, die komplett aus lebenden Weiden gewachsen ist. Ein faszinierendes Bauwerk, das zeigt, wie Architektur und Natur miteinander verschmelzen können. Diese Fläche kann man für Events mieten.
Danach ging es weiter in den Park van Pomona, einem ursprünglichen Obstgarten mit 200 Bäumen und über 50 Obstsorten. Während einer kleinen Führung erfuhren wir viel über regionale Produkte und nachhaltigen Obstanbau. Das Ganze ist eine Nachbarschaftsinitiative, in der jeder mithilft und die eigenen Produkte herausbringt. Liköre, Saft und Honig. Nächstes Jahr wird es dort ein Café mit den Produkten geben. Aktuell kann man die Sachen bei Santé in Winschoten kaufen.
Zwischen dem Restaurant und der Kuppel überquert man den See über einen Steg, darum herum Sandstrand und viele Badegäste, ein Bistro.




Zurück im Restaurant Blauwestad genossen wir die Aussicht auf den See bei Drinks, Apfelkuchen und Eis und waren wieder einmal über den so freundlichen Service in Holland überrascht. Alle einfach nett.
Dann hieß es „Das Segel hissen“ und zurück zum Ursprungshafen. Und was soll ich sagen, das klappte 1 A und die Seefahrt war wirklich lustig und schön.


Abendessen mit Boots-Romantik beim Mutter Tochter Urlaub in Holland
Am Abend fuhren wir weiter nach Westerwolde zur Brasserie Veendiep. Die liegt an einem Kanal und den ganzen Abend hielten dort Boote an, um sich schnell ein Eis auf die Hand zu holen. Romantik pur. Wir genossen erst einen fruchtigen Tomatensalat, Espresso Martini und Heineken, dann gab’s für uns beide leckere vegetarische Hauptgerichte. Wieder einmal total kreativ und lecker angerichtet. Wir blieben eine Ewigkeit und spazierten hinterher noch durch das malerische Dorf.





Übernachtet haben wir anschließend im Boeren Maison – einem wunderschönen Bed & Breakfast mit ganz viel Charme. Liebevoll eingerichtet, ruhig gelegen und genau der richtige Ort für eine entspannte Nacht. Es gibt dort 4 Zimmer und ich finde, das Haus eignet sich super für einen Urlaub mit Freunden oder auch ein Offsite mit dem Team, denn es gibt einen großen Community Bereich, Garten und viel Natur drumherum. Wir haben gut geschlafen und wurden am nächsten Morgen auf der Terrasse grandios mit einem persönlichen Frühstück bewirtet. Alles dabei, was das Herz begehrt und ganz liebevoll zubereitet.





Kleine Boutiquen statt großer Einkaufszentren
Dann ging es nach Stadskanaal. Eine Stadt, die direkt an einem Kanal liegt – mit beeindruckenden Häusern auf der anderen Seite des Kanals. Die Stadt hat keine richtige Fußgängerzone, aber das ein oder andere süße Geschäft und Café.
Besonders gefallen haben mir TOF Concept & ZUSS & ZO. Genau die Art von Läden, in denen man viel länger bleibt als eigentlich geplant. Und natürlich ging’s zum Stöbern auch zu Albert Hejin. When in the Netherlands…
Eine kleine Pause legten wir im Lunchcafé Mokka’s ein. Entspannte Atmosphäre, Eisbecher und Eiskaffee. Viele um ums herum aßen ganz typisch Sandwiches, wie es sie so oft in Holland zur Lunchtime gibt, unser Hunger war nach dem reichhaltigen Frühstück noch nicht groß genug.




Klosteridylle mitten im Wald
Weiter ging es nach Ter Apel.
Bevor wir das berühmte Kloster besuchten, machten wir noch einen Stopp an der kleinen Kabelbahn – eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit mitten im Grünen. Die führt über den Fluss und man muss sie (gratis) selbst kurbeln. Zwei Personen haben Platz – was für ein Spaß.


Das Kloster Ter Apel selbst ist eines der besterhaltenen mittelalterlichen Klöster der Niederlande. Besonders schön fanden wir den liebevoll angelegten Kräutergarten, in dem bei unserem Besuch sogar Musik gespielt wurde. Entschleunigung mal anders.
Den Abschluss unserer Reise verbrachten wir im Hotel Boschhuis direkt beim Kloster. Und das bei kalten Getränken und Fingerfood. Noch einmal zusammensitzen, die letzten drei Tage Revue passieren lassen und überlegen, wann wir wohl wieder gemeinsam nach Holland fahren.




Unser Fazit zum Mutter Tochter Urlaub in Holland
Südost-Groningen hat uns überrascht.
Keine überfüllten Touristenorte, sondern Natur, Wasser, kleine Dörfer, wunderschöne Unterkünfte, herzliche Gastgeber und ganz viel Ruhe. Genau die richtige Region für alle, die Holland einmal von einer anderen Seite kennenlernen möchten.
Wer Lust auf Wandern, Bootfahren, gutes Essen, kleine Boutiquen und entschleunigte Tage hat, sollte sich Oldambt, Westerwolde und die Veenkoloniën unbedingt einmal anschauen.
Wir sind jedenfalls mit ganz vielen schönen Mutter Tochter Urlaub in Holland Erinnerungen nach Hause gefahren – und waren uns beide einig: Das war garantiert nicht unser letzter Trip nach Holland.
