Ein Roadtrip mit Kindern ist ja meistens eine Mischung aus Abenteuer, viel Gepäck, wunderschönen Momenten – und Situationen, die noch lange im Kopf bleiben. Auch skurrilen. Und weil die Mischung so toll ist, haben wir dieses Jahr zum 3. Mal einen Roadtrip in den Sommerferien gemacht.
Dieses Mal waren die Kids auch schon im Alter von 8 und 11, jedes Jahr wird es ein bisschen entspannter, wenn auch die Ansprüche an “Souveränität” steigen. Und natürlich gab es auch dieses Mal ein paar Geschichten, die definitiv in die Kategorie Roadtrip-Outtakes gehören. Let’s go:
Wenn plötzlich zwei Wildschweine vor der Cabana stehen
Starten wir mit einem kleinen “Glampingplatz”-Schock: Wir saßen abends auf der Terrasse unserer Cabana, nur Kerzenscheine und ein ganz leichte Wegbeleuchtung hier und da. Sonst Wald und Dunkelheit. Und plötzlich standen zwei Wildschweine bei uns auf dem Platz. Erst einmal war da natürlich ordentlich Respekt angesagt. Wir wussten schließlich nicht, ob die beiden einfach nur neugierig waren oder gleich unser gesamtes Hab und Gut übernehmen wollten?
Nach kurzer Beobachtung wurde aber klar: Die beiden waren offenbar einfach Teil der Campingplatz-Belegschaft. Menschen? Völlig uninteressant. Unser Equipment? Ebenfalls nicht spannend.
Der Müllsack an der Nachbar-Cabana hingegen? Das Highlight des Tages. 😂 Auch bei Tageslicht war eines der beiden noch einmal unterwegs.

Ramatuelle und die Quallen
Voriges Jahr war der Strand Pampelonne klares, ruhiges Wasser. Familientauglich deluxe. Dieses Jahr hatte er jedoch ordentlich Wellen am Start. Für mich persönlich: eher nichts. Spooky, man sieht nichts. Der Rest der Familie sah das natürlich komplett anders.
Also ging es für meinen Liebsten und die Kids zum Wellenspringen.
Doch dann kam der Große zurück – mit einem Quallen-“Biss” im Gepäck. Das Andenken daran ist tatsächlich bis heute noch leicht verblasst da. Ein Souvenir, das man sich nun wirklich nicht aus dem Urlaub mitbringen muss. 😉

40 PS, eine Boje und ein bisschen Verzweiflung
In Santa Margherita Ligure hatten wir uns ein 40-PS-Boot gemietet. Ein Tag auf dem Meer, mit Musik, Drinks und Snacks. Poolnudel am Start für den Sprung ins klare Wasser. Wir wussten aus Erfahrung jedoch schon vorher: Das mit dem Ankern könnte interessant werden. Daran waren wir bei Neapel mal gescheitert.
Der Vermieter war allerdings entspannt und meinte: An den weißen Bojen könnt ihr euch einfach festmachen.
Klingt einfach.
War es für uns nicht. Es gab einfach keine freie Boje mehr.
Somit versuchten wir zweimal zu ankern. Zweimal: keine Chance. Das Boot war einfach nicht fest.
Dann entdeckten wir eine große Segelyacht mit deutscher Flagge. Wir fuhren hin und fragten, ob uns jemand einen Tipp geben könnte.
Und jetzt kommt der wirklich schöne Teil, weit mehr als ein Tipp: Der Kapitän – der übrigens 1:1 wie Jürgen Klopp aussah – kam tatsächlich gemeinsam mit seinem Sohn auf unser kleines Boot und half uns beim Anlegen.
Wie lieb kann man bitte sein? Problem gelöst. Urlaub gerettet. Kapitäns-Ehre zumindest teilweise wiederhergestellt. 😂

Minuty? Nur unter bestimmten Bedingungen.
Wir trinken im Urlaub unglaublich gerne Minuty. Eiskalt, Sonne auf der Haut, irgendwo am Meer – für uns einfach Sommer im Glas. Als wir feststellten, dass das Weingut ganz in der Nähe unserer Cabana lag, war natürlich klar: Da müssen wir hin.
Also machten wir eine Weinprobe und wollten anschließend direkt ein paar Flaschen für zu Hause mitnehmen. Nach diversen Gläsern sahen wir uns allerdings an und stellten fest:
Wir mögen Minuty offenbar ausschließlich unter sehr spezifischen Bedingungen.
Eiskalt. Sonne auf der Haut. Meer vor Augen. Im Moment. Bei dieser Probe war all das nicht gegeben, so dass wir uns nicht entscheiden konnten.
Also: Ciao Minuty. Die Flaschen blieben da, weil wir dieses Ambiente ja auch nicht Zuhause im rheinländischen Garten kreieren können. 😂

Natur-WC – einmal und nie wieder
Unsere erste Unterkunft war ein Tiny House mitten in einem Weinberg. Wunderschön, modern, idyllisch – eigentlich perfekt.
Bis wir feststellten, dass es dort nur ein Natur-WC gab.
Was genau das bedeutet, wusste ich vorher nicht. Jetzt weiß ich es.
Für eine Nacht? Okay. Für einen längeren Urlaub? Danke, aber nein danke.
Natürlich wurde das Natur-WC schnell zum Running Gag des Trips. Jedes Mal, wenn jemand zur Toilette musste, war die Stimmung direkt bestens.
Unser Fazit: Natur ist toll. Weinberge auch. Aber beim nächsten Mal bitte wieder eine ganz normale Toilette. 😄
Andermatt? Oder doch lieber weiter?
Und dann gab es noch diesen Moment, den vermutlich jeder Roadtrip kennt: Wir hatten uns gerade entschieden, in Andermatt eine Nacht zu bleiben, ich hatte fast schon auf “Jetzt buchen” geklickt und wir saßen gemütlich da, genossen noch die letzten Käsereste unseres Fondues in einer Gaststätte…
… da zog plötzlich der Himmel zu.
Gewitter.
Wir schauten uns ans? Bei Gewitter und Regen hier bleiben? Und machten kurzen Prozess: Sachen packen, ins Auto und weiter.

Ohne Ziel. Während der Fahrt wurden Hotelplattformen studiert, Optionen verglichen und irgendwann stand fest: Wir fahren an den Titisee.
Warum auch nicht?
Genau das ist für mich Roadtrip: Nicht immer alles durchplanen, manchmal einfach losfahren und schauen, wo man landet. Und genau diese ungeplanten Momente sind am Ende oft die Geschichten, die man am liebsten erzählt.
Denn mal ehrlich: An den perfekten Urlaub erinnert man sich vielleicht gerne.
Aber über zwei Wildschweine, ein Natur-WC, einen Quallenbiss, einen Klopp-Doppelgänger auf einer Segelyacht und ein gescheitertes Ankermanöver?
Die Geschichten bleiben. 😄
