#missbbontour // Postkartenromantik am Lago Maggiore // Reiseblog Locarno

Müsste ich die Kulisse für einen 50er Jahre Film wählen, der kitschig romantisch an einem See in den Alpen spielt, dann könnte ich das Location-Scouting getrost überspringen. Denn diesen Ort habe ich schon längst gefunden. Er liegt im Tessin, in der italienischen Schweiz am Lago Maggiore, in wunderbarstem Berg-Panorama. Locarno. Gerade mal 3 Flugstunden von Bonn entfernt.

Schon die Anreise war wie im Bilderbuch. Die ersten fünzig Minuten Flug bis Zürich waren noch City-Hopping, doch dann ging es für 40 Minuten mit einer Propeller-Maschine über die Alpen zum nahegelegenen Flughafen Lugano. Über Gipfel, Bergseen, dazu das Tuckern des Flugzeugs, die Schweizer Schoki, die es neben Wasser als „Catering“ gab… *hach, da war sogar die anfängliche Aufregung über „Oh no, not with a Propeller-Maschine“ vergessen.

Eingeladen hatte die H-Hotels Gruppe, die gleich zwei 4-Sterne Hotels am Lago Maggiore in Locarno betreibt. Die einzigen 4-Sterne Hotels direkt am See übrigens.

Für mich ging es übrigens – natürlich mit aufzugebenem Gepäck, denn schließlich waren wir zwei Nächte vor Ort – alleine auf Reisen, gespannt auf den Rest der Reisegruppe der Pressereise. Lustig, dass ich darüber gar nicht mehr nachdenke – ob ich mich wohlfühle, wenn ich alleine reise, ob sich plötzlich alle anderen kennen und ich niemanden… noch nie hatte ich bei Events oder Reisen, die ich ohne andere Blog-Friends besucht habe, Grund zur Sorge 🙂 Eher bin ich immer wieder gespannt auf neue Gesichter und manchmal kommt ja doch jemand mit, den man schon kennt – umso größer ist dann die Freude. Dieses Mal kannte ich tatsächlich niemanden und landete in einem bunten Mix aus Journalisten, das zusammen mit einer anderen Bloggerin.

Am kleinen Flughafen von Lugano angekommen, wurden wir schon erwartet. Mit dem Taxi ging’s dann etwa eine Stunde lang durch die Bergwelt – von Lugano nach Locarno. Schon unterhielten wir uns alle gut. Dann kamen wir an, am Spa-Hotel der beiden H-Hotels am Lago. Denn schlafen sollten wir im H+ La Palma Hotel & Spa.

Ein schneller Check-In und erst einmal ab aufs Zimmer. Wow, ich hatte eine große Terasse mit Seeblick und Sonnenliege. Fast zu schade um das Zimmer so schnell wieder zu verlassen, aber ein Apéro wartete auf uns. Vorher ging’s aber noch Speedy Gonzalez ins Bad – und ja, ich bin stolz darauf – innerhalb von 10 Minuten schminkte ich mich ab, neu, kringelte ein paar Haare mit dem Glätteisen und zog mich um. 10 minutes, just saying it! 🙂 Aber nach der Reise war mir sehr nach frischmachen. Das Bad übrigens mit großer Badewanne, zwei Waschbecken und den flauschigsten Handtüchern seit langem! Sehr groß und sehr kuschelig. Auch Bademäntel und Spa-Schuhe lagen bereit. Fehlte nur noch die coole-Marken-Kosmetik. Hotel-Eigenmarken mag ich nicht so sehr 😉  Doch keine Zeit für Wellness 🙂 Just came here for the Drinks… na nicht ganz, dafür gab es neben den Drinks zuviel zu sehen und erleben.

Denn auf der Hotelterrasse an der Promenade mit Seeblick warteten Wein, Wasser und Saft auf uns, dazu ein Mix aus Antipasti aus dem dazugehörigen Restaurant Osteria Toscana. Wir alle freuten uns über den Genuss. Reisen macht hungrig. Vor dem großen Dinner ging’s für uns dann erst einmal eine Runde durchs Hotel. Das Hotel wurde umfassend renoviert. Die Zimmer sind neu, Restaurant und Lobby sind neu, dazu wurde ein großzügiger Wellness-Bereich erschaffen. Schon beim Durchgang freute ich mich auf mein Treatment dort am Abreisetag. Es gibt auch eine Sauna und einen Fitnessbereich, diese sind jedoch eher funktional als „instagramable“ 😉

Endlich ging’s dann runter zum Dinner! Wieder wurde Wein eingeschenkt und wirklich köstliches Brot serviert. Am festlich gedeckten Tisch wurde gleich fleißig gequatscht und los ging es mit dem Menü. Ein Degustaionsmenü mit 6 Gängen und Dessert. Vegetarisch gab es zweierlei Bruschetta, ein Süppchen, Polenta mit Seitan, einen Tomaten-Brotsalat, es gab Tagliatelle mit Trüffel und zum Dessert einen Dessertwein mit hausgemachten Cantuccini und eine Creme. So ganz bekomme ich es nicht mehr zusammen, aber bis auf Seitan, der generell nicht meins ist, war es wirklich lecker und toll angerichtet. Kaum zu glauben, dass in wenigen Stunden schon wieder Frühstücks-Hunger da sein sollte, aber wer mich kennt, der weiß: Frühstück geht immer! Vor allen Dingen Hotel-Frühstück!

Und ja, ich… die Mutti… machte gegen 23 Uhr den Anfang, aus der Runde aufzubrechen. Aber das Bett rief! Und wie es rief! Mit seiner kuscheligen Bettwäsche, der gemütlichen Matratze… Gute Nacht! Durchgeschlafen – aber nicht natürlich aufgewacht. Denn um 7:00 Uhr klingelt der Wecker! What? Oh yes, wenn schon denn schon – eine Runde Morgen-Yoga auf der Spa-Terrasse mit Seeblick wartete auf alle Freiwilligen. Ausschlafen kann ich irgendwann mal im Leben wieder #momlife – aber für mich ging’s in Sports-Wear ab auf die Terrasse.

Hach war das schön. Zusammen mit 8 anderen Yogis machten wir ein tolles Guten Morgen Yoga, schnupperten Seeluft, freuten uns über das magische Licht am Morgen… und waren alle voller Vorfreude aufs Frühstück nach der Einheit.

Ich machte es wie immer: alles auf einmal und das schön angerichtet auf den Tisch packen. Dafür musste ich bestimmt 4 x den Weg Buffet-Tisch zurücklegen, dann Fotos machen, bevor es ans Essen ging. Manch ein Journalist war da schon fertig. Ja, es mag lustig sein und manch einer mag denken: ist die beim All you can eat oder wat häuft die da an? Aber: that’s Bloggers life. Die Auswahl war toll – Bircher Müsli, frisches (!!!) Obst, verschiedene Eierspeisen, Brötchen, Croissants, Joghurt, Obst, Käse und Marmelade, Säfte, Kaffeespezialitäten.. alles da, was man so braucht.

Noch schnell aufs Zimmer, Sachen packen, festes Schuhwerk einpacken (unbedingt diesen Fakt merken) und schon war es 9:30 Uhr und es hieß: Treffpunkt Lobby, Abfahrt ins Verzasca Tal. Wer denkt (wie ich), ein Tal liegt unten, der irrt sich etwas. Denn für dieses Tal fährt man ganz schön weit nach oben. Aber dennoch ist es ein Tal, denn es liegt inmitten von Berggipfeln. Somit ist es ein „hochliegendes“ Tal. Zu erreichen über zum Teil für „Flachländler“ ganz schön enge Serpentinen, wer aber auf DMAX schon mal die gefährlichsten Straßen der Welt geschaut hat weiß, es geht noch schlimmer 😉 Auf jeden Fall in Sachen Straße.

Denn wir Mädels im Bus mit Respekt vor Höhe erstarrten ehrfürchtig, als wir am ersten Stopp ankamen. Am Verzasca Staudamm. Jenem Staudamm, den James Bond im Film Golden Eye hinuntergesprungen war. Das kann man ihm ab einem Alter von 10 Jahren (10!!! what?) nachmachen. Denn mitten auf der Brücke wurde zum 007 Goldeneye Bungee Jump gerufen. 220 Meter in die Tiefe. OMG! Glücklicherweise war das kein Programmpunkt.

Weiter ging die Fahrt das Tal entlang. Ab dem Staudamm erwartete uns wahre Bergidylle. Denn wir fuhren direkt am Bergbach entlang, der uns bis weit nach oben begleitete. Kristallklares, türkises Wasser, uneingeschränkter Blick bis auf den Grund. Gesäumt oder unterbrochen von großen Felsen, durch die Zeiten ganz rund geschliffen. Auf ihnen sonnten sich Menschen wie Eidechsen, Mutige sprangen von ihnen ins eiskalte Wasser…

Unterwegs, eine kleine steinerne Brücke nach römischer Art gebaut, darunter ein Stück Bach, tief wie ein Pool. Auf der Brücke Adonis-Körper, die waghalsig ins Nass sprangen.. Die Welt schien so in Ordnung, hier in der Natur. Links und rechts mal ein Dörfchen mit Häusern aus Stein und Schieferdächern. Überall immer wieder die Schweizer Flagge gehisst. Und am Ende der Strecke, da stellt man sein Auto ab, geht in den letzten Ort, der autofrei ist und danach kommt nur noch Berg-Landschaft.

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Wir drehten um, nächstes Ziel, eine Grotto… und nun kommt mein FunFact: da beim Programm auch stand: festes Schuhwerk einpacken, hatte ich nie daran gezweifelt, dass eine Grotto eine Grotte, eine Höhle ist. Was meint ihr, wie groß meine hungrige Freude war, als sich herausstellte, dass es ein Gasthof war? Idyllisch an der Straße gelegen, mit jungem Chef, jungem Personal und außergewöhnlicher Küche. Ich trank Zitronen Gazosa, aß als Vorspeise Ziegenkäse mit Löwenzahnpesto und Walnüssen, zum Hauptgang Risotto mit Pfifferlingen und Blüten. Zum Nachtisch gab’s Eis-Cappuccino. Idylle pur! Ohne WLAN, aber der nette Chef gab mir einen Hotspot zu seinem Handy! Das nenne ich mal Service 😉

Mit vollem Bauch ging’s dann auf direktem Wege zurück nach Locarno – hello again ihr Serpentinen – und dort zum Hafen. Mit einem auch nach Postkarten und TV-Kitsch aussehenden Schiff gings für uns gen Brissago Inseln. Noch schnell ein Eis geholt, tuckerten wir in der nächsten Stunde zu jenen zwei kleinen Inseln, von denen eine ansteuerbar ist, die andere nicht. Mal in Privatbesitz gewesen, samt FKK-Parties und Casanova-Geschichten, ist sie seit einigen Jahren ein öffentlicher botanischer Garten mit Pflanzen von der ganzen Welt.  Ein schöner Ort zum Verweilen, mir fehlte hier nur noch der Kuchen-Stopp 🙂 (@Mareike, u know me) – Dennoch ist Pflanzen anschauen nicht ganz so meins – wenn, dann im echten Lebensraum, wie im Dschungel in Thailand oder im Regenwald in Australien, dennoch war es ein schöner Ausflug samt Eye-Candy und die Führung war so kurzweilig, dass sich der Ausflug dennoch gelohnt hat.

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Nach einer Stunde Aufenthalt ging es zurück aufs Boot. Nach dem Anlegen zurück zum Hotel für ein Fresh-up und WLAN 😉 *insta-suchti 😉

Um 19.30 Uhr hieß es wieder Treffpunkt Lobby und wir spazierten rüber zum zweiten Hotel der Kette am See, dem Arcadia. Während das La Palma eher das Spa und Pärchen Hotel ist, so ist das Arcadia das Familienhotel. Aber egal in welchem der beiden Hotels man wohnt, man darf die Annehmlichkeiten von beiden nutzen. Wie den Pool des Arcadias oder die Dachterrasse mit wunderschönem Blick. Auch die Zimmer besuchten wir – alle neu eingerichtet, alle mit Balkon. Dazu sind alle Zimmer kleine Appartements – mit Bettsofa, mit Küchenzeile, Flur und Bad. Perfekte Familienzimmer also, im Erdgeschoss gibt’s auch noch ein Spielzimmer, vor dem Hotel einen Spielplatz.

Unten warteten Prosecco, Wein, Wasser und Saft samt Antipasti auf uns. Mit Poolblick und Bergpanorama – ach #goodlife. Zu Essen gab es Salat und Antipasti vom Buffet, als Hauptspeise suchte ich mir eine Auberginenlasagne aus. Highlight war das Dessert – ein köstliches Dreierlei. Ach, das Ganze vollendete nur noch ein Aperol Spritz! Cheers! Wieder gegen 23 Uhr ging’s gen Bett. Dieses Mal stand der Wecker auf 8 Uhr 🙂 Gute Nacht!

Der Morgen startete mit einem Frühstück auf der Terrasse und ging im Spa weiter.

Denn auf mich wartete ein Facial – mit der Schweizer Luxusmarke Cholley. Reinigen, Augenbrauen und Wimpern färben, Wimpern korrigieren und omg! Nasenhaare waxen? Never getan zuvor, doch die tolle Kosmetikerin meinte: wir machen das einfach mal. Autsch, wenn auch nur für 2 Sekunden 😉 Dann folgte eine reichhaltige Maske, unter der Babyhaut hervorkam. Eine Massage rundete alles ab. Toll fand ich den ganzheitlichen Ansatz der Kosmetikerin, die sogar ihre Schuhe auszog, um Energie fließen zu lassen. Zufrieden und entspannt und gepflegt verließ ich dann die Kabine.

Mit Infused Water und getrockneten Früchten und Nüssen ging’s aufs Beachbed auf der Dachterrasse und ich hätte dort den ganzen Tag verbringen können. Urlaub pur! Doch es war ja leider schon Abreisetag und Kofferpacken und Fertigmachen standen an, wie auch noch ein schneller Spaziergang zum kleinen Zentrum von Locarno, denn ich wollte noch eine Runde Locarno-Feeling mitnehmen.

Ach, ein schönes Städtchen. Mit laissez faire attitude. Überall saßen Menschen in den typischen kleinen Cafés und tranken Espresso, aßen etwas, geschützt von der Sonne. Auf dem großen Platz, umsäumt von bunten Häusern, verkauften Händler ihre Waren. Palmen, Fahnen, Bergpanorama… viiiel zu wenig gesehen. Und mit mehr Zeit hätte ich mir auf jeden Fall noch einen Milchkaffee samt Gebäck gegönnt.

Doch im Sauseschritt ging’s zurück zum Hotel, das Taxi stand schon parat und wir fuhren wieder nach Lugano. Kurz vor Boarding kamen wir an! Und das Gepäck? Kurz vor Boarding Gepäck aufgeben – so wurde im MissBBLife schon einmal ein Flieger verpasst, weil die Gepäckabgabe schon geschlossen war. OMG! Aber wenn man mit dem einzigen Flieger fliegt, der auf dem Rollfeld steht, dann ist das egal. Ein gemütlicher Check-In, ein Flug samt Schoki und schon waren wir wieder in Zürich. Mitten im Gewitter. OH! Schwarzer Himmel, Blitz und Donner. Der Abflug verzögerte sich um eine Zeitlang… Zeit für Kaffee und Kuchen – wobei ich mir den Kaffee letztendlich doch nicht gönnte, denn 6 Euro für einen Kaffee sind mir selbst als Starbucks-Preise-gewöhnte-Konsumentin zu teuer. Das muss man sagen, in der Schweiz ist es, wie es ist. Alles ist ganz schön teuer! Aber eine Reise wert ist es auf jeden Fall! Ein Wochenende Locarno, ein Abstecher nach Ascona (wo ich vor einigen Jahren schon einmal privat war), eine Fahrt ins Verzasca Tal… ich bin dabei!

H+ La Palma Hotel & Spa Locarno
Viale Verbano 29
6602 Locarno, CH
Telefon: +41 91 73536-36
Fax: +41 91 73536-16

 

 

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